ut olle Tiden.....

Insel- und Inselbahngeschichte....

in den kommenden Wintermonaten werden wir diese Seite ausbauen, also später noch einmal nachschauen.............

um 1895
um 1895
links alte Pastorei, Blick auf Hotel Pabst, Frisör Pavillion.
links alte Pastorei, Blick auf Hotel Pabst, Frisör Pavillion.
Blick in die Friesetraße  bis zu dem Seebäderhaus.
Blick in die Friesetraße bis zu dem Seebäderhaus.
1899, zweite Juister Seebadeanstalt  (Warmbad)  --ac--
1899, zweite Juister Seebadeanstalt (Warmbad) --ac--
um 1908 , Häuser der Friesenstr. (von hinten) mit dem nahen Westdorf.
um 1908 , Häuser der Friesenstr. (von hinten) mit dem nahen Westdorf.
Ostdorf , Wilhelmstr.  (im Bereich des heutigen Achterdiek)
Ostdorf , Wilhelmstr. (im Bereich des heutigen Achterdiek)
um 1900, Kapitän Onnen's Haus  (heute Mittelstraße neben Feuerwehr)  --ac--
um 1900, Kapitän Onnen's Haus (heute Mittelstraße neben Feuerwehr) --ac--
Kreuzung Strand- Friesenstraße mit alter Pastrorei und Villa Anneliese (später Haus WORCH)
Kreuzung Strand- Friesenstraße mit alter Pastrorei und Villa Anneliese (später Haus WORCH)
1934 der Postbote in der Friesenstraße vor Villa Anneliese.
1934 der Postbote in der Friesenstraße vor Villa Anneliese.

Pabst-Strandhalle 30er Jahre .          --Sammlung "ac"--
Pabst-Strandhalle 30er Jahre . --Sammlung "ac"--

ca 1938
ca 1938
um 1953
um 1953
ca. 1953 mit Blick auf den heutigen Januas Platz
ca. 1953 mit Blick auf den heutigen Januas Platz
ca 1955
ca 1955
Ostdorf um 1955
Ostdorf um 1955

Wattführungen

Mein Vater   ---Wattführer Alfred Behring---

von Marieluise Stolper

Das Wattenmeer war und ist der Lebensmittelpunkt unserer Familie Behring und ich habe schon als kleines Kind vor 65 Jahren intensiv mitbekommen, wie unser Vater Alfred sich mit der Materie Wattenmeer - das ihm sowieso als Jäger, Segler und Naturfreund zu eigen war - vertraut gemacht hat und es schon uns Kindern praktisch vorführte."

Es geschah 1951, zu einer Zeit als der "kleine Ausrufer" (Original und Wattführer von Juist) Diedrich Geiken, welcher von der Kurverwaltung angestellt war, aufhörte. Dessen Wattwanderungen bestanden aus WANDERUNGEN mit gelegentlichen Zwischenstopps, um Dinge zu betrachten, die auf dem Watt liegen und hauptsächlich um die Gäste zu belustigen, was Geiken auch vorzüglich konnte. Die Menschen waren nach dem Krieg ausgehungert nach Vergnügungen und Spaß.

Mein Vater Alfred ebenso, denn er hatte schon, wie so viele 21jährige Soldaten, im Russlandfeldzug als Infanterist seinen rechten Arm verloren und konnte anschließend in der elterlichen Bäckerei auf Juist nur noch bedingt tätig werden.

Naturverbunden wie er war, machte er aus Nöten Tugenden. Er segelte mit Touristen, machte als Attraktion mit der MS Ostfriesland gegen ein kleines Entgelt Exkursionen zu den Seehundsbänken und schwamm mit einem grauen Tarnanzug zur Bank, bewegte sich dort wie das Leittier und fing die Seehunde mit einer Hand.

Die staunenden Touristen konnten damals zusehen, wie Alfred die heranrobbenden Seehunde fing und an Bord brachte. Dort wurden sie markiert und wieder frei gelassen. Bei seinen Vorträgen berichtet Wattführer Heino den auch heute noch staunenden Gästen ausführlich und anschaulich von diesen Aktionen.

Alfred war temperamentvoll, voller Ideen und Übermut, Originalität und mit einem Drang nach Unabhängigkeit. Er gehörte zu den besten Jägern und Seglern von Juist und wurde dafür bewundert. Seine Fischreuse im Watt war jeden Tag gefüllt mit Fischen aller Art. Er ist auch noch heute für jedem, der ihn kannte, eine Legende.

Als die Kurverwaltung Juist keinen Wattführer mehr bezahlen konnte, bot man Alfred diese Tätigkeit als Gewerbe an, so konnte er damit sein Brot verdienen. Da zu der Zeit die Gäste mehr allein in das Watt gingen, tüftelte sich unser Vater ein Konzept aus, um die Wattwanderungen attraktiv zu gestalten.

So und nicht anders und von Heino noch inzwischen weiterentwickelt werden die Original-Juister-Wattwanderungen auch von Ino durchgeführt und der Erfolg gab ihnen recht. Es ist nicht nur das Wissen um die Natur und die Bedeutung des Wattenmeeres, die gezeigte Vielfalt des Lebens darin und die für Jeden verständliche praktische Vorführung der Lebewesen in ihrer biologischen Funktion als Nieren, Lungen und Leber im Ökosystem, sondern es war und ist die gespürte Leidenschaft und das Engagement von Alfred, Heino und Ino, die glaubhaft macht, dass bei dieser Tätigkeit mehr dahinterstecken muss als nur der Broterwerb. Die Gewerbeeinnahmen dabei sind zusätzlich ein erfreulicher Aspekt für das Gemeindesäckel.

Nichtsdestoweniger wurde Alfred schon sehr bald ein erfolgreicher und über die Inselgrenzen hinaus bekannter Wattführer der Insel Juist. Ein Pionier, der das intakte Watt seiner Insel in Funk und Fernsehen originell bekannt machte, auf den die Presse zukam und der schon 1962 bei Robert Lembke in "Heiteres Beruferaten" dem staunenden Team die Schönheiten und die Bedeutung des Juister Wattenmeeres erklärte.

Alfred führte staunenden Wattführungsteilnehmern schon lange vor der Gründung des Nationalparks Interessantes und Lustiges im Wattenmeer vor.

Er tat es weiter bei Alfred Biolek auf dem roten Sofa in "Bios Bahnhof", in der Presse, bei seinen Jubiläen und er führte es Prominenz wie Prinz Louis Ferdinand von Preußen und Kira mit der ganzen Familie vor Ort vor. Es wurde ihm gedankt mit einer anerkennenden Widmung auf einer Photographie der Wattführung und auch noch einmal in einem Schreiben und auf einem Bild mit der erwachsenen Familie. Ob es Graf Luckner war "der Seeteufel" oder ein Scheich mit seinem Gefolge - sein großes Album ist voller Danksagungen.

Teilnehmer, die von Alfreds Erklärungen nicht begeistert waren, gab es eigentlich nie.

30 Jahre ging er in das Watt und zigtausende von Kurgästen haben ihn gekannt und geliebt, doch für die Insulaner galt der Prophet bis heute nichts im eigenen Land, da bildet Juist leider keine Ausnahme.

„He lücht.." (er lügt..) wurde den Gästen erzählt, er wurde beneidet und kontrolliert von den Stammtischbrüdern, mit wieviel Leuten er wohl in's Watt ging, seine Werbung für die Wattwanderungen wurde boykottiert und vernichtet. Dass Alfred sein Hobby zu seinem Beruf gemacht hatte, dass er eine Frau und 4 Kinder ernähren musste, dass seine Rente bis auf die Grundrente dadurch gestrichen wurde und er dadurch auch Gewerbesteuern zahlte, war egal.

Er konnte sich einreihen in die Riege: Leege, Hafner, Depser, die alle belächelt wurden und als Spinner abgetan und die nach ihrem Tode erst zu Ehren kamen. Heino ist schon früh als Kind mit dem Wattenmeer vertraut gemacht worden und er hat schon als 18jähriger Wattführungen machen müssen, weil Alfred krank wurde. 1980 wurde letztendlich sein Bein amputiert, so dass Alfred noch 8 Jahre im Rollstuhl verbringen musste. Eine Katastrophe für den rührigen Menschen.

Was bei Alfred noch mit viel Witz und Gaudi aufgepeppt wurde - denn er war ja auch der letzte Ausrufer auf der Insel - baute Heino weiter aus mit seinen Flutbeobachtungen, Multimediavorträgen, er führte zig Fernseh-Teams in die unbekannte Wattenwelt, erläuterte Politikern noch nie gehörte Zusammenhänge und stand hunderten Interviewpartner am Telefon oder auch in der persönlichen Begegnung geduldig zur Verfügung.

Viele Menschen aus Politik und den öffentlichen Medien ließen sich bislang von Heino das Watt erklären - soweit das bei einer einmaligen Führung überhaupt möglich ist.

Heino wurde auch anderweitig aktiv und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Herzmuschelfischerei eingestellt wurde. Nach langen Diskussionen in Hannover beeindruckte letztlich das lebende Experiment mit 2 Gläsern nährstoffreichen Wattwassers, wobei ihn eines eine Handvoll Herzmuscheln gelegt wurden. Diese unscheinbaren Lebewesen klärten in nur 1 Stunde den Schmutz in kristallklares trinkbares Salzwasser und retteten sich selbst.

Auch im Winter finden Führungen durch das Juister Watt statt, was bei vielen Gästen zunächst für ungläubiges Erstaunen sorgt.

Heino machte sich mit seinem Einsatz nicht nur Freunde, denn er kämpft um den Erhalt dieses einmaligen und stark gefährdeten Lebensraumes. Doch die Gäste und die Schulklassen - in seinen über 40 Jahren aktiver Wattführungen - sind im positiven Sinne zu Mitwissern geworden.

Es sind Hunderttausende von Gästen, die im Laufe von 65 Jahren von Alfred, Heino und Ino aufgeklärt wurden, lange vor der Existenz der Nationalparkverwaltung und genau so war es auch an der Küste und den anderen Inseln, das sollte im Rahmen der Vorträge über das Weltnaturerbe doch auch erwähnenswert sein, wird da aber beharrlich verschwiegen.

Und bei allem Stolz, mit dieser Auszeichnung "Weltnaturerbe Wattenmeer" auch z.B. ausländische Gäste zu bewerben, sollte nicht vergessen werden das Weltnaturerbe auch wirklich zu schützen und zu verteidigen, denn das allein ist langfristig die Verpflichtung dieses Titels.


Gut zahlende Klientel ging um 1900, auch auf Juist, zur geführten Seehundsjagd..
Gut zahlende Klientel ging um 1900, auch auf Juist, zur geführten Seehundsjagd..
um Anfang 1900,die Bude auf den Dünen des Ostbades, von Albertus Claassen ...."wo dat wat gift". Mit den Stiegen und einer gemauerten Strandtreppe hinunter zum Strand.Eine frühere,grosse gemauerte Giftbude,stand ehemals vis á vis 50 Meter des Kurhauses.
um Anfang 1900,die Bude auf den Dünen des Ostbades, von Albertus Claassen ...."wo dat wat gift". Mit den Stiegen und einer gemauerten Strandtreppe hinunter zum Strand.Eine frühere,grosse gemauerte Giftbude,stand ehemals vis á vis 50 Meter des Kurhauses.
Anfang 1900 , --ac--
Anfang 1900 , --ac--
Giftbude, aus der Strandsicht.Links, die kleine gemauerte Strandtreppe führt auf die "Promenade " unterhalb der Norddünen.
Giftbude, aus der Strandsicht.Links, die kleine gemauerte Strandtreppe führt auf die "Promenade " unterhalb der Norddünen.
Mit viel Holz, sturmumtobt, hoch oben auf den Norddünen.. Ein kleiner Wanderweg führte noch südlich daran vorbei.
Mit viel Holz, sturmumtobt, hoch oben auf den Norddünen.. Ein kleiner Wanderweg führte noch südlich daran vorbei.
Pustiger Nord-West peitscht die Wellen auf den Strand. Geschützter Dünenweg um 1931.
Pustiger Nord-West peitscht die Wellen auf den Strand. Geschützter Dünenweg um 1931.

im Wandel der Zeit

ca. 1972
ca. 1972

um 1904
um 1904
um 1905
um 1905

Juist und das Kurhaus,   Eine nett inszenierte kolorierte Ansicht um 1905.

Wohl eines der meistbeschrieben und fotografierten Gebäude der Insel. Das großzügige Haus wurde 1898 erbaut, gleichzeitig mit der Villa des „Düsseldorfer Großindustriellen Girardet“, rechts daneben. Die sich im Wasser der Priele spiegelnden Kinder sind nicht nur Staffage, sondern sie betonen schon damals die ordentliche Tiefe des Strandes bei Ebbe. In zweiter Ebene bereitet man eine Fläche für den "Tennis-Lan" Parcour vor, auf dem die feine Gesellschaft die Bälle schlug.                                          Aus der Sammlung "ac".

 

um 1905 ,   Sammlung -ac-
um 1905 , Sammlung -ac-
um 1910
um 1910

Bilder aus den Sammlungen von : rhj. ; "ac" ; Dirk Tonn ;

das ©  liegt immer bei dem jeweiligen Fotografen oder Sammlungsinhaber

um 1910   ;  --ac--
um 1910 ; --ac--

Kurhaus um 1910

WAS - war... WANN - ... und WO

Eine andere kolorierte Perspektive vom Strand ausgesehen. Links die hölzerne Strandtreppe und am Fuße der steil abfallenden, unbefestigten Dünen die Anfänge von "Pabst Strandhalle". Hosen hochgekrempelt und den Rock gerafft wagt ein Paar das Fußbad im aufgestauten Priel. Schon damals war es für Kinder eine Freude an der Wasserkante Dämme zu bauen und der Tide zu trotzen, zu beobachten was der nächsten Flut mitnahm.

Interessant einmal der Gedanke, WIE die Zelte an den Dünensaum hinunter- kamen.

Staunen, welcher logistischen Höchstleistung es bedurfte ein solch gigantisches Projekt von Hotelbau auf der Insel zu bewerkstelligen. Jeder Stein, jedes Glas, jedes einzelne Mobiliar, Sanitär ...Sämtliches, was einem in den Sinn kommt, musste vom Festland auf Schiffen herübergebracht werden. Unglaublich in damaliger Zeit.  Alles über die Reede und mit Pferdewagen.

Vielleicht gibt’s darüber Aufzeichnungen und Berichte? mailen Sie uns diese, auf der "aktuell"seite ganz unten  finden Sie eine "Eintragungsmöglichkeit" dazu.

1912 war der König von Sachsen, Friedrich August III,
1912 war der König von Sachsen, Friedrich August III,

 

mit Entourage zum zweiten Mal auf der Insel JUIST.

Burgenbau bei strammen Ostwind . Mal sehen wie lange das Gebilde den Fluten standhält . Zur Sicherheit vor den Fluten sind die Zelte nahe am unbefestigten Dünenfuß aufgereiht. Der Fotograf mit der Plattenkamera hat für einige "Staffage" gesorgt, den die drei Juister Zeitungsboten - oder Strandkorbvermieter fügen sich wunderbar in die Szene .

 aus der Sammlung –ac-- .

König von Sachsen auf der Insel JUIST im Kurhaus abgestiegen.

König Friedrich August III. von Sachsen besuchte in den Jahren 1907 ( bei diesem Besuch wurde er u.a. von Franz WORCH als Küchenchef des Kurhauses bekocht) und 1912 ( ein Großteil seiner Gefolgschaft wohnte im Hotel WORCH) die Insel Juist mit Familie und Hofstaat. Beide Male residierte er im Kurhaus. Für ihn war eigens eine Telefonleitung nach Dresden gelegt worden. Obwohl der König 1912 mit Zeremonienmeister Flügeladjutanten und großem Gefolge erschienen war, hatte er einen wichtigen Mann vergessen - seinen Barbier. Also rückte der Insel-Barbier täglich mit seinem Köfferchen an und nach drei Tagen geschah, was geschehen musste: ein kleiner Schnitt in die königliche Wange. "Mein Gutester, das kommt vom Saufen!", tadelte der König seinen ostfriesischen Schnittmeister. Gelassen und schlagfertig gab der Insulaner zurück: Jawoll Majestät, davon wird die Haut so spröde."

 

Nach Ausrufung der Republik dankte König Friedrich August III. am 13. November 1918 mit dem Ausspruch ab: "Macht doch Euren Dreck alleene!"

Infos – Sachsenkönig  http://tinyurl.com/hupwrd7

Die feine Gesellschaft um 1914 mit den Rackets am Lan-Feld, unterhalb des Kurhauses.
Die feine Gesellschaft um 1914 mit den Rackets am Lan-Feld, unterhalb des Kurhauses.
Insel Juist - Lageplan von 1914
Insel Juist - Lageplan von 1914
Die neue Kurhaustreppe ist fertig. Frische Strandhaferanpflanzungen rechts und links .
Die neue Kurhaustreppe ist fertig. Frische Strandhaferanpflanzungen rechts und links .
1925
1925
gezeichneter Lageplan von Juist um 1930
gezeichneter Lageplan von Juist um 1930
1932
1932
1938, noch mit langer, gerader Promenade und zweigeteiter Fläche vor dem Kurhaus. Eine offene Restaurations -Tanzfläche mit Pavillion und eine Glas-Windgeschütze auf den Randdünen. –Sammlung „ac“ -
1938, noch mit langer, gerader Promenade und zweigeteiter Fläche vor dem Kurhaus. Eine offene Restaurations -Tanzfläche mit Pavillion und eine Glas-Windgeschütze auf den Randdünen. –Sammlung „ac“ -
Es wird noch etwas geboten, Mitte der 30er . Die Zeiten täuschen ... am 01.September 1939 begann der 2te. Weltkrieg mit dem Einmarsch in Polen .
Es wird noch etwas geboten, Mitte der 30er . Die Zeiten täuschen ... am 01.September 1939 begann der 2te. Weltkrieg mit dem Einmarsch in Polen .
in den 1960/70igern gab es bis zu 2.800 Strandzele am Juister Strand....
in den 1960/70igern gab es bis zu 2.800 Strandzele am Juister Strand....

Anreisen.....

um 1907
um 1907
in den 1920igern...
in den 1920igern...
um 1969
um 1969
2017
2017


ein Großteil der hier gezeigten Bilder stammen aus der Sammlung "ac" und aus dem Archiv des rhj.-Verlages.


Januar 2017
Januar 2017